Das Affolter-Model

"Das Spüren ist die Wurzel der Entwicklung" und somit ist das Spüren einer der wichtigsten Bestandteile einer Bewegung.
Das Affolter-Konzept wird auch "Geführte Interaktionstherapie" genannt. Diese Therapie ermöglicht es den Patienten, praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Handlungsabläufe, die von Patienten mit Wahrnehmungsproblemen nicht ausführbar sind, werden gemeinsam mit dem Therapeuten ausgeführt. Bei gestörter Wahrnehmung kann man durch dieses gezielte Führen an Händen und Körper während alltäglichen Geschehnissen Bewegungen erfahren. Alltägliche Handlungsabläufe werden wieder begriffen, spürbar und vertrauter; selbstständiges Handeln wird möglich und ein Lernprozess beginnt. Durch das 'Führen' werden gemeinsam Beziehungen zwischen Patient und Umwelt hergestellt werden.

Das Affolter-Model wird heute bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewandt. Darunter fallen zum Beispiel:
- Entwicklungsauffällige Säuglinge und Kleinkinder
- Kinder mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeifen
- Autisten
- Menschen mit Folgen von Deprivation
- Menschen mit schweren angeborenen oder erworbenen Schädigungen des zentralen Nervensystems
- Menschen mit Demenzsyndromen

Das Affolter-Modell verfolgt, wie die Ergotherapie auch, einen ganzheitlichen Therapieansatz und ist auf alltägliche Handlungen gerichtet.

Auch hierbei ist das Miteinbeziehen von Familienangehörigen und Bezugspersonen des Patienten. Die Anwendung des Models im häuslichen, gewohnten Umfeld ist essentiell und wird vom Ergotherapeuten unterstützend begleitet.


Adaptive Verfahren
Das Bobathkonzept